Ein Google Business Profil, auf Deutsch Google-Unternehmensprofil, ist für lokale Betriebe oft einer der ersten Berührungspunkte mit neuen Kunden. Bei Suchanfragen wie „Dachdecker Pritzwalk“, „Maler Perleberg“ oder „Autowerkstatt Wittenberge“ kann es direkt in der Google-Suche und bei Google Maps erscheinen.
Interessenten können dort Bewertungen lesen, anrufen, die Website öffnen und Informationen zum Betrieb prüfen. Ein Profil anzulegen ist deshalb nur der Anfang. Entscheidend ist, dass deine Angaben stimmen und zu deiner tatsächlichen Arbeitsweise passen.
Diese Anleitung führt dich durch Einrichtung und Pflege. Google kann die Bestätigung bereits während der Erstellung verlangen; du musst nicht zwingend alle Schritte in dieser Reihenfolge durchlaufen. Welche Felder angeboten werden, hängt unter anderem von Kategorie und Oberfläche ab.
1. Prüfe, ob dein Unternehmen bereits bei Google existiert
Suche zuerst in Google Maps nach deinem Firmennamen und Ort. Vergleiche Adresse, Telefonnummer und Website mit deinem Betrieb. Ein Eintrag kann auch dann der richtige sein, wenn du ihn nicht selbst erstellt hast.
Ein Profil ist bereits vorhanden
Ist es noch unbestätigt, kannst du über die angebotene Funktion zur Inhaberschaft Anspruch darauf erheben. Wird es bereits verwaltet, nutze den vorgesehenen Weg zur Anforderung der Inhaberschaft. Ein fehlender Zugang ist kein Grund, ein zweites Profil für denselben Betrieb anzulegen.
Es gibt noch keinen Eintrag
Melde dich mit dem Google-Konto an, das du für die Verwaltung nutzen möchtest, und starte das Hinzufügen deines Unternehmens. Google führt dich durch die erforderlichen Angaben. Das Hinzufügen oder Beanspruchen eines Profils ist kostenlos.
Unternehmen bei Google hinzufügen
Google-Hilfe: Profil hinzufügen oder beanspruchen
Prüfe vorher die Berechtigung für ein Profil. Ein lokaler Betrieb mit persönlichem Kundenkontakt hat andere Voraussetzungen als ein ausschließlich online tätiges Unternehmen. Die Beispiele in diesem Ratgeber beziehen sich auf reale Betriebe mit Kundenempfang oder Leistungen beim Kunden vor Ort.
2. Verwende deinen echten Unternehmensnamen
Trage den Namen ein, unter dem dein Betrieb tatsächlich auftritt. Orientierung geben Beschilderung, Website und Geschäftsmaterialien. Ergänze keine Städte oder Leistungen allein deshalb, weil du für diese Suchbegriffe gefunden werden möchtest.
Beispiel: Heißt dein Betrieb im Alltag „Malerbetrieb Müller GmbH“, wird daraus im Profil nicht „Malerbetrieb Müller GmbH – Maler Pritzwalk Fassadenarbeiten Prignitz“.
Das Beispiel ist fiktiv. Maßgeblich ist dein real verwendeter Name, einschließlich tatsächlich geführter Namensbestandteile. Kategorien, Leistungen und Einzugsgebiet haben eigene Felder. Du musst diese Informationen nicht zusätzlich in den Profilnamen pressen.
3. Wähle eine passende Hauptkategorie
Die Hauptkategorie sollte dein Kerngeschäft möglichst genau beschreiben. Frage dich: Was ist unser Unternehmen hauptsächlich? Wähle aus Googles vorhandener Liste eine passende Kategorie, statt dein Angebot möglichst breit erscheinen zu lassen.
Zusätzliche Kategorien können weitere tatsächliche Geschäftsbereiche beschreiben. Sie sind keine Liste sämtlicher Einzelarbeiten. Die Möglichkeit, neben der Hauptkategorie bis zu neun weitere Kategorien einzutragen, ist kein Ziel, das du ausschöpfen musst.
Ein Dachdeckerbetrieb sollte zuerst als Dachdeckerbetrieb erkennbar sein, nicht als Sammlung möglichst vieler Bau- und Dienstleistungskategorien.
Notiere deine wichtigste Tätigkeit und prüfe dann die vorgeschlagenen Kategorien. Wenn keine präzise Kategorie passt, wähle die sinnvollste allgemeinere Alternative. Nimm keine Tätigkeit auf, die du gar nicht anbietest.
4. Stelle Adresse und Einzugsgebiet richtig ein
Entscheidend ist nicht allein deine Branche, sondern wie du Kunden tatsächlich bedienst. Auch zwei Handwerksbetriebe können unterschiedliche Einstellungen benötigen.
Du empfängst Kunden an deinem Standort
Bei einem echten, entsprechend ausgestatteten und beschilderten Kundenstandort kann die Geschäftsadresse öffentlich erscheinen. Das trifft beispielsweise auf einen Laden oder eine Werkstatt mit Kundenempfang zu. Die Angabe muss den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen.
Du arbeitest ausschließlich beim Kunden
Wenn du an deiner Geschäftsadresse keine Kunden empfängst, blende diese öffentlich aus und hinterlege dein tatsächliches Einzugsgebiet. Dafür kommen Städte, Postleitzahlen oder andere vorgeschlagene Gebiete infrage. Aktuell sind maximal 20 Einzugsgebiete möglich.
Du empfängst Kunden und fährst zu ihnen
Ein Hybridunternehmen kann sowohl den geeigneten Kundenstandort als auch sein Einzugsgebiet angeben. Ein Beispiel ist eine Werkstatt, die zusätzlich Pannenhilfe anbietet.
Pritzwalk, Perleberg, Wittenberge, Putlitz oder Wittstock gehören nur dann in dein Profil, wenn du dort tatsächlich Leistungen erbringst. Eine eingetragene Stadt ist keine zusätzliche Niederlassung und garantiert dort keine gute Maps-Platzierung.
5. Verzichte auf erfundene Standorte und Briefkastenadressen
Wenn dein Betrieb in Pritzwalk sitzt, macht eine gemietete Postanschrift in Perleberg daraus keinen zweiten Unternehmensstandort. Lege keine Profile für Orte an, an denen du lediglich Aufträge gewinnen möchtest.
Auch bei einem Büro oder Co-Working-Angebot kommt es auf die tatsächliche Nutzung und Googles Voraussetzungen an. Ein vermeintlicher SEO-Vorteil ist kein Ersatz für einen realen, zulässigen Standort.
Beschreibe ehrlich, von wo aus du arbeitest und welche Gebiete du bedienst. Für Besucher ist diese Klarheit nützlicher als eine Adresse, an der sie deinen Betrieb nicht antreffen können.
6. Hinterlege Telefonnummer und Website korrekt
Verwende eine Telefonnummer, unter der Interessenten deinen Betrieb tatsächlich erreichen. Öffne den Website-Link nach dem Speichern selbst, möglichst auch auf dem Smartphone. So fallen Tippfehler, falsche Weiterleitungen oder eine alte Domain früh auf.
Bei einem Betrieb mit einem Standort kann die Startseite passen, wenn sie Angebot und Standort verständlich erklärt. Bei mehreren Standorten ist eine hilfreiche Seite zum jeweiligen Standort häufig genauer. Verlinke nicht versehentlich eine fremde Firma oder ein unpassendes Verzeichnisprofil.
- Ist die Telefonnummer dem richtigen Standort zugeordnet?
- Erreicht man unter dieser Nummer deinen Betrieb?
- Öffnet der Website-Link eine funktionierende Seite?
- Passen die Angaben auf der Website zum Unternehmensprofil?
- Ist erkennbar, welche Leistungen du dort anbietest?
7. Trage realistische Öffnungszeiten ein
Deine Zeiten müssen zur tatsächlichen Betriebsweise passen. Ein dauerhaft erreichbares Kontaktformular bedeutet nicht, dass dein Unternehmen rund um die Uhr geöffnet ist. Verwende „24 Stunden geöffnet“ nicht als Werbeaussage.
Pflege für Feiertage oder besondere Schließtage abweichende Zeiten. Bei Betrieben, die ausschließlich nach Vereinbarung arbeiten, sieht Google grundsätzlich keine regulären Öffnungszeiten vor. Prüfe die Vorgaben für deinen Unternehmenstyp, statt pauschal Bürozeiten zu übernehmen.
Für einen Betrieb mit festen Kundenzeiten könnte Montag bis Freitag von 07:00 bis 17:00 Uhr richtig sein. Das ist nur ein Beispiel. Übernimm die Zeiten nicht, wenn Kunden dich dann tatsächlich nicht besuchen beziehungsweise deine Leistung nicht nutzen können.
8. Ergänze deine tatsächlichen Dienstleistungen
Wenn der Dienstleistungsbereich für dein Profil verfügbar ist, hinterlege dort deine Angebote. Öffne die Bearbeitung der Dienstleistungen und nutze passende Vorschläge oder, soweit angeboten, eigene Einträge. Ergänzte Beschreibungen und Preise müssen sachlich stimmen.
Beispiel für einen Dachdeckerbetrieb
- Dachsanierung
- Dacheindeckung
- Dachreparatur
- Arbeiten an der Dachkonstruktion
Beispiel für einen Malerbetrieb
- Innenanstrich
- Fassadenarbeiten
- Tapezierarbeiten
- Lackierarbeiten
Die Beispiele sind keine Liste zum ungeprüften Kopieren. Nimm nur Leistungen auf, die dein Betrieb wirklich anbietet. Verwende verständliche Bezeichnungen, damit Kunden den Unterschied zwischen deinen Angeboten erkennen.
9. Schreibe eine verständliche Unternehmensbeschreibung
Erkläre kurz, wer ihr seid, was ihr anbietet und wo ihr arbeitet. Konkrete Informationen sind hilfreicher als eine Reihe ähnlicher Suchbegriffe. Eine mögliche Beschreibung für einen fiktiven Betrieb wäre:
Wir sind ein Dachdeckerbetrieb aus der Prignitz und übernehmen Dachsanierungen, Dacheindeckungen und Reparaturen rund um Pritzwalk, Putlitz und Umgebung. Unser Team begleitet die Arbeiten von der Besichtigung bis zur Fertigstellung.
Übernimm Aussagen nur, wenn sie auf deinen Betrieb zutreffen. Erfundene Erfahrung oder unzutreffende Spezialisierungen machen einen Text nicht besser. Eine Suchwortkette wie „Dachdecker Pritzwalk Dachdecker Putlitz günstig“ erklärt ebenfalls kaum etwas.
Lies die Beschreibung aus Sicht eines Menschen, der euch noch nicht kennt: Weiß er danach, ob euer Angebot zu seinem Anliegen passt? Falls nicht, ersetze allgemeine Werbesätze durch konkrete Angaben.
10. Zeige echte Fotos deines Betriebs
Nutze Bilder, die deinen tatsächlichen Betrieb und seine Arbeit zeigen. Ein Interessent sollte dadurch besser verstehen, wer hinter dem Profil steht. Nicht jedes Foto muss aufwendig produziert sein; wichtig sind ein erkennbares Motiv und ein ehrlicher Bezug zu deinem Angebot.
- Team und Arbeitsumgebung
- Werkstatt, Laden oder andere relevante Betriebsräume
- Fahrzeuge und Ausstattung
- Abgeschlossene Projekte
- Nachvollziehbare Vorher-Nachher-Aufnahmen
- Typische Arbeitsabläufe
Veröffentliche nur Bilder, die du verwenden darfst. Vermeide unnötig sichtbare Kundendaten, private Unterlagen oder Personen, deren Aufnahme du nicht veröffentlichen darfst. Stelle fremde Projekte oder generische Bilder nicht als eigene Referenzen dar.
Eine kleine Auswahl aussagekräftiger Aufnahmen hilft bei der Orientierung. Die bloße Zahl hochgeladener Bilder ist dagegen kein Versprechen für bessere Rankings.
11. Bestätige dein Unternehmen bei Google
Google legt automatisch fest, welche Bestätigungsmethoden für dein Profil verfügbar sind. Je nach Fall kommen beispielsweise Video, Telefon, SMS, E-Mail oder Post infrage. Du kannst nicht beliebig eine Methode freischalten lassen; manchmal sind mehrere Nachweise erforderlich.
Folge den angezeigten Anweisungen und bereite die verlangten Nachweise vor. Bei einer Video-Bestätigung kann es darum gehen, Standort, Ausstattung und deine Berechtigung zur Verwaltung zu zeigen. Nutze keine erfundenen Nachweise und gib Bestätigungscodes nicht an Unbefugte weiter.
Die Prüfung ist nicht immer sofort abgeschlossen. Auch nach einer erfolgreichen Bestätigung können relevante Änderungen eine erneute Prüfung auslösen. Nutze bei Problemen die angebotene Hilfe, statt ein zweites Profil als Umgehung anzulegen.
12. Ermögliche echte Google-Bewertungen
Kundenfeedback ergänzt die Angaben, die du selbst veröffentlichst. Biete echten Kunden nach einer abgeschlossenen Leistung eine einfache Möglichkeit, ihre Erfahrung zu teilen. Ein direkter Bewertungslink oder QR-Code kann den Weg vereinfachen.
Bitte neutral um Feedback, unabhängig von der erwarteten Sternezahl. Kaufe keine Bewertungen, biete keine Gegenleistung an und schließe unzufriedene Kunden nicht gezielt aus. Bei E-Mail- oder WhatsApp-Anfragen muss außerdem geklärt sein, ob der Versand zulässig ist.
Mehr Google-Bewertungen: Ablauf, Vorlagen und wichtige Regeln
Wenige Bewertungen bedeuten nicht automatisch schlechte Arbeit oder ein unbrauchbares Profil. Für einen neuen Betrieb ist das ein normaler Ausgangspunkt. Wichtiger als Druck auf eine bestimmte Zahl ist ein verlässlicher Umgang mit tatsächlichem Feedback.
13. Halte dein Unternehmensprofil aktuell
Plane eine regelmäßige Kontrolle ein und prüfe das Profil zusätzlich bei konkreten Änderungen. Ein Umzug, eine neue Telefonnummer oder Website sollte nicht monatelang nur intern bekannt sein.
- Kontaktdaten und Website-Link prüfen
- Öffnungs- und Sonderzeiten aktualisieren
- Veränderte Leistungen berücksichtigen
- Kategorien am tatsächlichen Kerngeschäft ausrichten
- Nicht mehr zutreffende Bilder und Informationen überprüfen
- Neue Rezensionen lesen und bei Bedarf beantworten
Melde dich mit dem zugehörigen Google-Konto an und nutze in der Suche oder in Maps die Profilbearbeitung. Prüfe nach dem Speichern, ob Änderungen angenommen wurden und wie sie öffentlich erscheinen. Nicht jede Änderung ist sofort sichtbar.
Die häufigsten Fehler bei der Einrichtung
Wähle deine Angaben nach deinem tatsächlichen Betrieb, nicht nach einem vermeintlichen Ranking-Trick. Besonders bei diesen Punkten lohnt sich ein zweiter Blick:
- Ein neues Profil erstellen, obwohl der richtige Eintrag bereits existiert
- Städte oder Leistungen künstlich an den Firmennamen hängen
- Eine Hauptkategorie wählen, die am Kerngeschäft vorbeigeht
- Eine Adresse als Kundenstandort darstellen, an der kein Kundenempfang stattfindet
- Orte allein wegen gewünschter Rankings als Niederlassungen eintragen
- Einen alten oder falschen Website-Link verwenden
- Unzutreffende Öffnungszeiten angeben
- Theoretisch mögliche statt tatsächlich angebotener Leistungen eintragen
- Keine Zuständigkeit für die laufende Pflege festlegen
Prüfe bei einem Fehler zuerst, welche Angabe falsch ist und wie sie korrekt bearbeitet werden kann. Das Löschen und Neuerstellen eines Profils ist kein allgemeiner Reparaturweg und kann zusätzliche Schwierigkeiten verursachen.
Reicht ein vollständig eingerichtetes Profil für Platz 1?
Nein. Ein korrektes Profil schafft eine Grundlage, aber keine garantierte Platzierung. Google berücksichtigt bei lokalen Ergebnissen vor allem Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Ein weiter entfernter Betrieb hat andere Voraussetzungen als ein Anbieter direkt am Suchstandort.
Betrachte zusätzlich deine Website, relevante Leistungsinformationen, echte Bewertungen und glaubwürdige Verweise auf dein Unternehmen. Ein ausgefülltes Profil ersetzt weder hilfreiche Inhalte noch die tatsächliche regionale Ausgangslage.
Checkliste: Ist dein Google Business Profil richtig eingerichtet?
Gehe das öffentliche Profil nach der Einrichtung aus Kundensicht durch. Diese Fragen helfen dir, konkrete Lücken zu finden:
- Verwaltest du den richtigen Eintrag ohne unnötiges Duplikat?
- Ist die Bestätigung abgeschlossen oder der nächste erforderliche Schritt klar?
- Entspricht der Profilname eurem tatsächlichen Auftritt?
- Beschreiben Haupt- und Zusatzkategorien das echte Unternehmen?
- Sind Adresse, Kundenempfang und Einzugsgebiet korrekt dargestellt?
- Funktionieren Telefonnummer und Website-Link?
- Passen die Öffnungszeiten zur Arbeitsweise des Betriebs?
- Sind die wichtigsten tatsächlichen Leistungen erfasst?
- Erklärt die Beschreibung Angebot und Region ohne Suchwortliste?
- Zeigen die Fotos den realen Betrieb und darfst du sie verwenden?
- Können echte Kunden freiwillig und unbeeinflusst Feedback geben?
- Ist festgelegt, wer Änderungen und neue Rückmeldungen prüft?
Beginne mit falschen oder fehlenden Grundangaben. Danach kannst du Beschreibung, Leistungen und Bilder verbessern. So entsteht ein Profil, das Interessenten zuverlässig informiert und das du im Alltag aktuell halten kannst, ohne ständig alles neu aufzusetzen.